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Agenda 21: Global denken - Lokal handeln

Woran denken Sie, wenn Sie "Nachhaltigkeit" hören?

Energiespar-Glühbirnen, Solarthermie, Photovoltaik, Windräder, den ökologischen Fußabdruck - Aber denken Sie auch an Wohnen? Warum eigentlich nicht?

Wohnprojektgruppen sind Bürgerinitiativen, die in ihrer Stadt oder Gemeinde einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.

Die Realisierung von Wohnprojekten braucht unterschiedliche Netzwerke

Um eine Projektinitiative zu gründen, sucht man zunächst Gleichgesinnte. Dazu gibt es Runde Tische, Wohnprojekt-Tage sowie die Versammlungen der Beratungsstellen und Bürgerinitiativen. Um aber einen Bauprozess für ein Mehrfamilienprojekt umzusetzen, braucht man Grundstücke und Investoren. Hier liegt die Planungshoheit bei der Kommune und die die Schnittstellen und Kontakte der Interessententreffen reichen nicht mehr aus. 

Deswegen haben wir in Mainz den Arbeitskreis Wohnen innerhalb der Lokalen Agenda gegründet. Auch dies ist war ein Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Jede Wohnprojektinitiative für sich muss alleine riesige kommunikative Aufgaben lösen. Wenn Sie auch noch politische Aufgaben übernehmen will, benötigt sie - wie bestehende Projekte es erfahren haben - zehn bis vierzehn Jahre für die Entwicklung eines neuen Wohnprojektes. Darum haben wir uns in Mainz entschieden, uns zusammen zu schließen, um eine Wohnprojekte"Bewegung" zu sein. Im AK Wohnen knüpfen wir Kontakte und tragen wir Wissen über Stadtentwicklung zusammen, damit Wohnprojekte Fuss fassen können.

AK Wohnen - Lokale Agenda 21 Mainz - Flyer
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Ist Gemeinschaftliches Wohnen "nachhaltig"? 

Wohnprojekte und Bürgernetzwerke praktizieren genau das, was in der sozialen Säule der Nachhaltigkeit gefordert wird: Bürgerbeteiligung, partizipative Entscheidungsprozesse, Engagement und Verantwortung. Darüber hinaus ist es für viele Baugruppen inzwischen selbstverständlich, ein modernes Energiekonzept zu entwerfen und barrierefrei zu planen, damit greifen die ökologische Säule mit auf.

Flexible Grundrisse sorgen dafür, dass die starre Nutzungsfixierung beispielsweise der Einraum-Bauweise (großer Aufenthaltsraum, kleinste Küchen- und Nebenräume) einer lebenslangen Nutzung weicht. Die Lebensphasen verändern sich im Schnitt alle 7 Jahre. Im Wohnprojekt sollte man dann die Wohnung verändern können, statt ausziehen zu müssen.

Die Strategien der Nachhaltigkeit reichen bis in die Stadtplanung. Gute Lösungen im Sinne der Agenda 21 sind kleinteilig, durchmischt, individuell und auf kurzen Wegen erreichbar. Gemeinschaftliche Wohnkonzepte beziehen die Nachbarschaft mit ein, generieren Mischgebiete und entwickeln eigene Verkehrskonzepte.

Warum ist es für Wohnprojektgruppen wichtig, das zu wissen?

Weil sie ohne die Kooperation mit ihrer Stadt oder Gemeinde nicht Wohnen können. Wie Sie den Dialog gestalten können, dazu beraten wir Sie gerne.

Hintergrund: Die drei Säulen der Nachhaltigkeit

Agenda 21 und das Bekenntnis zur Nachhaltigkeit

Über "Nachhaltigkeit" kann man Folgendes lesen:
"Wirtschafts-, Umwelt- und Entwicklungspolitik sollen darauf ausgerichtet sein, die Bedürfnisse heutiger Generationen zu befriedigen, ohne die chancen künftiger Generationen zu schmälern." (www.dialog-nachhaltigkeit.de)

Weniger abstrakt klingen die "drei Säulen der Nachhaltigkeit": Ökonomie, Ökologie und Soziales Leben. Während von der Wirtschaft (Ökonomie) gefordert wird, eine Verteilung vorzunehmen statt auf Wachstum zu setzen, so dass alle ihre Grundbedürfnisse des Lebens befriedigen können,
soll die Ökologie (eigentlich "Umweltwissenschaft", meist synonym für "Umweltschutz" verwendet) den ökologischen Fußabdruck des Meschen reduzieren und für Umweltschutz sorgen.
Über Soziale Nachhaltigkeit wird selten gesprochen, obwohl sie so nahe liegt. Dazu gehört die Teilhabe an Prozessen, Verantwortung, Solidarität, Engagement, kurz alles was zur Bürgerbeteiligung und Demokratie gehört.

Schon 1972 hatte der "Club of Rome" in seiner Veröffentlichung "Die Grenzen des Wachstums" darauf hingewiesen, dass ein unendliches Wachstum in einer Welt endlicher Ressourcen nicht möglich ist. Deshalb müssen wir besser werden, statt mehr zu produzieren.

Ihr Apell führte zur Konferenz von Rio (1992) und zu den Forderungen der Agenda 21: "Global denken - Lokal handeln". Viele Gemeinden haben inzwischen einen Ratsbeschluss zur Lokalen Agenda verfasst, wobei die Umsetzung vor Ort sehr verschieden gehandhabt wird - sowohl von der finanziellen und personellen Ausstattung der Abteilung wie auch von der thematischen Ausrichtung. Einige bleiben beim Umweltschutz, andere greifen breiter.

Unsere Aufgabe ist es, auf die dritte Säule der Nachhaltigkeit - Soziales Leben - hinzuweisen. Wir sollten nicht nur das ökologische Potential von Baugruppenprojekten, sondern die soziale und gesellschaftliche Leistung der Nachbarschaftsnetzwerke in den Vordergrund stellen. Gemeinschaftliches Wohnen ist nachhaltig!